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Punkt 17.00 Uhr wird
die Türe für das Publikum für die 20. Countrynight des Country und Western Club
Bern geöffnet und schon steht eine grosse Menge Leute an der Kasse an. Die
hübsch bekleideten Cowgirls and Cowboys mit Hut, Stiefel und Jeans könnens kaum
erwarten in der Halle ihren Platz zu finden. Aus Erfahrung weiss man, dass die
Countrynightküche absolute Spitze ist, und diese wird auch sofort belagert. Noch
bevor Buddy Dee das Programm mit seinem heissen Sound eröffnet, ist das Publikum
mit gutem Essen und good Drinks versorgt.
Zu diesem Jubiläum
hat die Countrynight ein Novum zu verzeichnen, nach einer schriftlich
eingeforderten Umfrage ist dies die erste rauchfreie Country Night in Bern.
Meine Befürchtungen, dass die Raucher verärgert sein könnten sind schnell
verflogen, diese ziehen sich einfach ab und zu zurück, rauchen draussen an der
frischen Luft ihr Zigarettchen und finden dies absolut nicht daneben, eine
angenehme Luft in der Halle ist das Resultat, super!
Buddy Dee eröffnet das Programm und heizt uns sofort ein, das Publikum wird mit
Honky Tonk, „Ring of Fire“ und anderen Johny Cash Songs, Rock’n'Roll und einem
guten Schweizerjodel in diese Nacht der Nächte eingestimmt. Die Athmosphäre ist
mitreissend, die Tanzfläche ist rasch mit Tanzpaaren und Linedancern zum Bersten
voll, die Stimmung schnell auf dem Höhepunkt.
Backstage, da wo ich dieses Jahr zur Künstlerbetreuung eingeteilt bin, macht
sich die Nervosität breit. Clay Canfield, der zum ersten mal in Europa ist und
extra für diesen Trip seinen allerersten Pass anfertigen lassen musste, ist
etwas benommen. Der Jetlag und das Ungewisse macht ihn unruhig. Nach einer
kurzen Pause sitzt er nun auf einem Barhocker auf der grossen Bühne, alleine mit
seiner Gitarre und seiner Mundharmonika. Mit einem breitrandigen hellen
Cowboyhut, Jeans und schönsten Cowboystiefel und einem Halstuch um den Hals,
verkörpert er den real Cowboy wie aus dem Bilderbuch. Obschon Clay alleine auf
der Bühne ist, füllt er mit seiner starken Persönlichkeit und seiner
ausdrucksvollen Musik die Bühne aus. Sein Set ist bis auf einige Ausnahmen eher
ruhig, er bringt uns Blue’s, Honky Tonk, auch Rock, in einer sehr feinfühligen
und gefühlsvollen Art und Weise. Wir hören eigene Songs von Clay, die er in den
verschiedensten Situationen und Orten schreibt. Mit seinem Charme und seiner
sehr schönen beeindruckenden Stimme sowie das grandiose Gitarrenspiel und die
Mundharmonikabegleitung begeistert er das Publikum sofort. Schön zu sehen dass
Clay beim Publikum sehr gut ankommt und seine Freude darüber ist gross. Man
klatscht für Zugaben und Clay bringt uns „Whiskey’s fine“ mit viel Charme und
Freude, wir verabschieden ihn mit einem tosenden Applaus.
Nach der grossen Pause erwarten wir die „Texas Renegade“ aus Holland, eine Band
die auf Bühnen in Texas, Spanien, Belgien, Holland, usw. zu Hause ist. Backstage
erlebe ich diese Jungs humorvoll und witzig. Sie sind in der Schweiz unterwegs
und der heutige Abend ist der letzte Gig auf dieser Tour. Diese Band beginnt
gleich mit einigen Dale Watson Songs, wie „Blessed or Dammed“, „Texas Boogie“,
wir haben von Ihnen erfahren, dass Dale Watson ihr grosses Vorbild ist. Ihre CD
„Roots“ wurde bei derselben Plattengesellschaft aufgenommen wo auch Dale Watson
seine CD’s aufnimmt. Der Song „England to Texas“ und „Exit 109“ auf dieser CD
besingt Dale, so auch auf der CD „Worried mind“ der Song „Johnny“ da singt Dale
zusammen mit dem Leadsinger Jeroen, darauf sind die „Texas Renegade“ mächtig
stolz!
„Texas Renegade“ verbreiten eine spitzenmässige Stimmung, der Sänger Jeroen
versteht es das Publikum in seinen Bann zu ziehen, die Leadgitarre so auch die
Steelgitarre werden meisterhaft gespielt und sie sind umwerfend gut. Die Drums,
Bass and Akustikgitarre einfach hervorragend, die Band heizt ein und die
Tanzfläche ist voll, die Countrynight Besucher sind in bester Stimmung. Mit
vielen eigenen Songs geben sie uns ein abwechslungsreiches Set zum Besten, man
spürt dass diese Boys ein enorm gutes Team sind. „If tomorrow never comes“, ein
Muss einer jeden Countrynight, bringt uns dem Ende dieses Gigs zu und natürlich
werden diese Jungs einige Male mit einem frenetischen Applaus herausgeklatscht.
Kelly Lang bekundet Backstage dass sie sehr aufgeregt sei, sie ist zum ersten
Mal in Europa und hat keine Ahnung wie das Publikum hier auf sie reagieren wird.
Kelly ist in Begleitung von ihrer Mutter und von 2 Gitarristen.
Da steht sie nun auf der Bühne, selbstsicher und mit einer enormen Bühnenpräsenz
und ihrem wunderschönen Gesicht strahlt sie uns an. Mit strassbestickten Jeans,
die Strasssteinchen hat sie übrigens selbst auf die Jeans gebastelt, und einem
getigerten langen Mantel wirkt sie sehr modern. Ihre Stimme ist kräftig und
traumhaft schön, ein bisschen schade ist es doch dass sie die Band nicht bei
sich hat... aber auch so mit der Begleitung der beiden sehr guten Gitarristen
bringt sie uns ein schönes, eher ruhiges Set mit vielen feinfühligen eigenen
Songs wie auch bekannten Country-Songs, wie „I Fall To Pieces“ und „Stand By
Your Man“. Mit ihrer offenen und freundlichen Art hat sie das Publikum sehr bald
auf Ihrer Seite. Sie singt uns eigene Songs auch von ihrer neuesten CD „It’s
About Time“ und natürlich auch „Goodbye Darlin’“ diesen Song hat sie zu Ehren
von Conway Twitty geschrieben und ihm gewidmet. Kelly ist im Schatten dieser
grossen Legende aufgewachsen und hat als junges Mädchen bei vielen Conway
Konzerten mit Ihrem Vater zusammen am Bühnenrand gesessen und die Countrymusic
pur miterleben dürfen. Sie erinnert sich, dass sie damals ihren grossen Traum,
Countrysinger zu werden, wahrnahm. Wir geniessen ein sehr schönes und herzliches
Set mit Kelly, sie verzaubert uns mit ihrem warmen und lieblichen Wesen.
Inmitten von Ihrem Set ruft Kelly Pesche auf die Bühne und er gibt uns einen
brillanten Countrysong zu Besten.
Nur zu schnell geht die Zeit vorbei, die Countrynight geht dem Ende zu, doch
bevor wir uns auf den Heimweg machen kommt noch einmal Buddy Dee mit seiner
Band, die übrigens meisterhaft spielen, auf die Bühne und heizt uns nun aber
richtig ein!! Er rockt die Leute von den Stühlen und bringt uns Elvis, Country
Rads, Achy Breaky Heart u.v.m.. Auf der Tanzfläche wird getanzt und gesungen,
dass es nur so fetzt! Herrlich diese Stimmung!
Eine heisse und abweschlungsreiche Countrrynight wird zum Ende noch mit einer
Geburtstagstorte zum 20. Geburtstag auf der Bühne entsprechend belohnt, nicht
nur der Country und Western Club Bern feiert sein 20. Bestehen, sondern auch
Buddy Dee seine 20 jährige Countrysängerkarriere.
Gute Küche und gute Drinks, gute Stimmung und ein absolut spitzemässiges
Programm, viele schöne Martkstände und Mario’s Bar upstairs macht dieses 20.
Countrynightgebursttagsfest einmalig! Draussen hat sich Eis an die Autoscheiben
geschlichen, klirrende Kälte kündet uns den Winter der nicht mehr so weit weg
scheint, an.
Heinrich Teresa
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